Erste Ausflüge mit Boot

Da liegt es nun, unser rotes Kanu. Genauer gesagt, es liegt auf dem Tisch auf der Terrasse.image Wir müssen noch den dritten Sitz einbauen, und das geht am einfachsten auf der Terrasse in bequemer Arbeitshöhe. Paddeln können wir eh nicht, die Lahn ist noch wegen Hochwassers gesperrt, doch entspannt sich die Lage und bis zum nächsten Wochenende soll sie wieder befahrbar sein. Das ist auch gut so, denn Frank hat mit der Abteilung einen Paddelausflug geplant.

Das Befestigungskit für den Sitz ist noch nicht da, also mussten wir im Baumarkt nach Material suchen. Wir wurden nach einiger Zeit sogar fündig und konnten den Sitz mit einiger Mühe montieren. Um mehr Platz in der Mitte zu haben, drehten wir das Joch um und setzten es ein wenig nach hinten.

Das Bootbefestigen auf dem Autodach übt sich und geht mittlerweile zügig von der Hand. So brachen wir nach Roth auf, wo der erste Kontakt „Kanu — Lahn“ stattfinden sollte. Ein schlammiger Einstieg, und dann treibt es dahin, mit Frank am Steuer.

Ich treffe Boot und Besatzung nachmittags in Gießen. Nach einem Steuermann-Wechsel, erfahre ich, durfte das Kanu gleich beweisen, dass es nach einer Kenterung oben schwimmt und sich an Land ziehen, umdrehen und entleeren lässt! 🙂

Auch der Wert der Schwimmwesten wird jetzt als sehr hilfreich und nicht mehr nur als leidiges Übel erkannt!!!

Da das Boot nun mal auf dem Dach ist, nutzen wir den Sonntag und gehen mit Lana paddeln (Strecke Gießen-Wetzlar). Ruckzuck haben wir in Gießen abgelegt und treiben flussabwärts. Wir gleiten mühelos durch eine immer netter anzusehende Gegend und kommen an die erste Schleuse. Dort können wir mit der Gruppe vor uns gleich mit und brauchen nicht einmal auszusteigen.

Der Himmel zieht sich immer mehr zu und hinter uns hören wir Donner. Das angekündigte Gewitter kommt deutlich  eher als gehofft, und mit den ertsen dicken Regentropfen suchen wir Schutz unter einem Großen Baum. Als dann aber noch Blitze und Donner in unmittelbarer Nähe dazukommen, steigen wir aus uns erklimmen das Ufer neben uns. Noch hält der Baum die meisten Tropfen ab, aber auch das hält nicht mehr lange… Das Boot füllt sich mit Regenwasser, wir sind pitschnass, es gewittert weiter und um uns herum nur Gegend. Aber die Stimmung ist noch gut.

Wir beschließen, sobald das Gewitter aufhört, weiterzupaddeln. Nass sind wir sowieso, da tut die Bewegung besser als das Rumstehen, und wann es wieder aufhören wird, ist nicht abzusehen: der Himmel hat ein massives Grau angenommen. Nun darf ich steuern. Das hatte ich beim letzten Mal mit einem gemütlich reagierenden Leih-Kanu gemacht (mit zwei Frauen an Bord). Und nun das: Unser Prospektor ist flink, reagiert auf jede Bewegung, läuft nach einer Kurskorrektur lange nach und Frank hat einfach zu viel Kraft. Klar, wir sind nass und wollen ankommen, und ohne Vortrieb kann man (genauer: frau) nicht lenken.  Aber so gleiche ich eigentlich nur Franks Bewegung aus und bremse dabei vermutlich viel zu viel ab… Gut, dass die Lahn so breit ist und außer uns keiner zu sehen ist! Lana sitzt in der Mitte und lenzt das Boot trocken. Die nächste Schleuse. Lana und Frank bedienen Klappen und Tore, ich trockne das Boot mit dem Schwamm (es hat aufgehört zu regnen, tatsächlich!) und kann es alleine prima in die Schleuse hinein, aus ihr heraus und an die Treppe für den Wiedereinstieg lenken.

Lana zittert und zieht sich trockene Sachen an, eine kleine Stärkung für alle und es geht auf die letzte Etappe. In Wetzlar landen wir auf Höhe des Forums an, ich wechsele in trockene Kleidung und fahre mit dem Zug  nach Gießen, um das Auto zu holen. In der Zwischenzeit erledigen die beiden anderen den mitgenommenen Proviant und sind erstaunt, dass ich nach relativ kurzer Zeit bereits mit dem Auto neben ihnen stehe.

Fazit:

  • Regenschutz ist empfehlenswert, wir haben ab jetzt zumindest eine Plane dabei
  • Wechselkleidung ist wichtig, und zwar möglichst warme
  • Lecker Futter hält die Stimmung oben
  • Paddeln macht Spaß, auch bei Regen!
  • Die Eisenbahnverbindung an der Lahn vereinfacht das Auto-Umsetzen enorm!